Celitement-Bindemittel

Celitemente sind auf den ersten Blick paradoxe hydraulische Bindemittel. Sie enthalten bereits Wasser, das chemisch in neuartigen, hydraulisch aktiven Calcium-Hydrosilikaten gebunden ist. Die Menge des enthaltenen Wassers und die Art des Einbaus sind entscheidend.

Herkömmliche Zemente sind dagegen wasserfrei und zeichnen sich durch ihre Umsetzung mit Wasser und die nachfolgende Verfestigung aus. Wie Portlandzement werden Celitemente mit Wasser, Sand und Kies zu Beton verarbeitet.

Celitemente vereinen die Verarbeitungs- und Produkteigenschaften von bekannten Zementen mit Energieeffizienz und Minderung der Emission von Kohlendioxid bei der Herstellung. Im einfachsten Fall können gebrannter Kalk und Sand als Rohstoffe eingesetzt werden, wobei ein Kalkmodul zwischen 0,5 und 2 ausreicht. Damit können im Vergleich zu Portlandzement bis zu 50% der Emission von Kohlendioxid eingespart werden, da diese überwiegend aus dem Rohstoff Kalk erfolgt.  

Die Herstellung von Celitement erfolgt bei Temperaturen bis 300°C. Die im Vergleich zur Herstellung von Portlandzementklinker (Drehrohr, 1.450°C) deutlich niedrigere Prozesstemperatur und die verringerte Kalkmenge führen zu einer wesentlichen Energieeinsparung.

Celitemente sind mit Portlandzement kompatibel und besitzen hervorragende Materialeigenschaften. Die Phasenzusammensetzung ist sehr homogen; dies vereinfacht die Steuerung der Eigenschaften, z.B. die zeitliche Entwicklung der Festigkeit.

Die stofflichen Grundlagen und das Verfahren zu seiner Herstellung sind eine Entwicklung des Karlsruher Institut für Technologie.
 
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